Babyfläschchen:
Glas vs. Kunststoff

Unser Tipp: Greift direkt zu Glasfläschchen

Porträt Paul e1550484326109 - Glasflasche vs. Kunststoffflasche

Von Paul

Für (werdende) Eltern, die wenig Zeit haben, hier direkt die Kurzzusammenfassung:
Kunststofffläschchen sind leicht, aber verfälschen den Geschmack und sehen schnell unansehnlich aus.

Glasfläschchen sind zerbrechlich, bleiben jedoch dauerhaft geschmacksneutral und kristallklar. Wir würden deshalb jedem empfehlen nur Glasfläschchen zu kaufen.

Für uns war vor der Geburt klar, dass unser Baby ein Stillbaby werden sollte. Da wir uns jedoch sagen haben lassen, dass man nie weiß, ob es auch tatsächlich mit dem Stillen klappt, hatten wir uns vor der Geburt schon mit Fläschchen und dem ganzen Kram der dazugehört (z. B. Dampfsterilisator) eingedeckt. Außerdem dachten wir uns, dass wir sowas eh bräuchten, falls Mama nach der Geburt auch mal alleine unterwegs sein möchte und Papa das Kind füttern muss. 

Ich weiß zwar nicht mehr von wem oder wo, aber wir hatten vor der Geburt ein kleines Philips Avent Kunststoff-Fläschchen* geschenkt bekommen. Dies war ein sehr kluger Schachzug von Philips, weil wir so schon mal ein Fläschchen einer bestimmten Marke hatten und uns bei den nächsten Fläschchenkäufen daran orientierten (und wie ihr unten in dem Bild sehen könnt, hatten wir ein paar von den Bechern). Avent Plastikfläschchen - Glasflasche vs. Kunststoffflasche

Kunststoffflaschen: eine Geschmackssache?

Natürlich hatte ich mich vorher auch informiert, ob Glas- oder Kunststoff-Fläschchen besser wären, aber fand überwiegend die Aussage, dass es einfach Geschmackssache sei (da wusste ich noch nicht, wie viel Gewicht ich dem Wort Geschmack besser beimessen hätte sollen).

Ahnungslos wie wir waren, hatten wir also noch weitere Kunststoff-Fläschchen gekauft…sind ja schließlich alle BPA-frei 😛 Also warum sich irgendwelche Sorgen machen?! Kunststoff ist ja schließlich leichter und geht nicht so schnell kaputt, wenn es runterfällt.

Zum Glück brauchten wir nach der Geburt erst einmal gar kein Fläschchen, weil unsere Tochter unseren Wunsch erfüllte und ein Stillbaby wurde. Mama war dann auch doch nicht so oft allein unterwegs, wodurch wir selten ein Fläschchen brauchten. Kauft also nicht zu viele Fläschchen, wenn ihr vor habt zu stillen. Dann lieber noch welche nachkaufen, wenn euer Baby auf der Welt ist und das Stillen (doch) nicht klappt. 

Alternativ gibt es von Avent auch Kunststoffbecher für Muttermilch*, auf die man einen Adapter für die Sauger-Aufsätze schrauben kann (für einen Sauger-Aufsatz muss man aber eh mindestens ein Fläschchen kaufen). Diese Becherchen fanden wir eigentlich auch ganz praktisch, wobei hier wieder Kunststoff im Spiel ist (deswegen eigentlich).

Philips Avent Aufbewahrungssystem SCF61810 - Glasflasche vs. Kunststoffflasche

Verfärbungen der Kunststofffläschchen/-becher 

Wir benutzen sehr gerne die Spülmaschine (wie wahrscheinlich jeder von uns ;-)) und als Eltern eines kleinen Babys hat man eh wenig Zeit bzw. nutzt diese lieber mit seinem Neugeborenen, als dass man sich hinstellt und Dinge händisch abspült. In die Spülmaschine kommen dann natürlich auch immer noch andere Sachen als nur Fläschchen. Und so verfärbten sich nach kurzer Zeit die Kunststofffläschchen durch unsere Essensreste (jeder der schon mal Reste von Tomatensauce und z. B. seine schöne, weiße Brotdose zusammen in der Spülmaschine hatte, weiß wovon ich rede). Wir dachten uns erst einmal nichts dabei. Dann sehen die Fläschchen halt nicht mehr so schön aus, ja und?! Wird schon nicht so schlimm sein. Was uns jedoch leider erst sehr viel später auffiel, war, dass sich der Geschmack von Getränken in den Kunststoffbechern verfälschte (nicht zwingend von den Essensresten aus der Spülmaschine, aber dazu im nächsten Absatz mehr).

Ekliger Geschmack 

Als unsere Tochter älter war und Wasser und Tee aus einem Trinklernbecher trank, hatte sie mir immer mal wieder ihr Becherchen hingehalten, nach dem Motto: „Hier Papi, trink auch mal“. Natürlich macht man das dann auch. Und an dem Tag als sie eigentlich nur Wasser in ihrem Becher hatte, schmeckte dieser nach dem Tee, den wir ihr sonst immer gaben (nur ekliger, mit einer Nuance Kunststoff). Auch wiederholtes Reinigen und Abkochen des Bechers brachte keine Geschmacksverbesserung/-neutralisierung. Und da fing ich an mir mehr Gedanken darüber zu machen, was wir unserem Kind da überhaupt geben. Schließlich will man ja auch selbst keinen sonderbaren Geschmack im Mund haben, wenn man eigentlich Wasser erwartet. 

Da wir später nicht nur Muttermilch sondern auch kleine, vorgekochte Essensportionen in die Avent Muttermilchbecher packten, hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass die Muttermilch dann vielleicht auch nach dem Essen schmeckte (probiert habe ich sie nicht), welches zuvor dort drin war. Auch wenn die Verfärbungen kein Hinweis darauf sind, dass die Kunststofffläschchen/-becher unhygenisch sind  was sie wahrscheinlich nach dem Abkochen auch nicht sind  so möchte man seinem Kind doch nur das Beste und vor allem keinen künstlichen Plastikgeschmack geben. Aus diesem Grund sind wir (leider erst nach 13 Monaten) auf die Avent Glasfläschchen* und bei Trinkbechern auf Edelstahl (NUK Active Cup*) umgestiegen.

Schaut nicht auf den Preis

Im ersten Augenblick mag einem der Preis vielleicht hoch vorkommen, aber wenn man bedenkt, dass die Glasfläschchen nach einem Jahr immer noch wie neu aussehen und man sie deshalb wunderbar (guten Gewissens) weiterverkaufen/-erben kann, hat man letztendlich  nicht mehr als für eine Kunststoffflasche bezahlt. Die Kunststofffläschchen kann man meines Erachtens nach spätestens einem Jahr nur noch wegschmeißen. Wer will schon so trübe, vergilbte Fläschchen haben?! Der Umwelt tut man mit den Glasflaschen also auch noch etwas Gutes 😉

Wie viele Glasfläschen braucht man?

Wir haben mittlerweile fünf Glasfläschchen, damit wir mindestens immer eine auf Reserve haben, bis die Spülmaschine wieder angestellt wird. Bei vier Fläschchen musste man doch hin und wieder noch mal selbst Hand anlegen 😛 Einzig die Sauger werden von Hand gespült und in regelmäßigen Abständen abgekocht. Nach ca. zwei bis drei Monaten fliegen diese aber auch in den Müll und werden gegen neue ausgetauscht.

Noch Bedenken gegen (Avent) Glasfläschchen?

Ich hatte bei den Produkt-Rezensionen der Avent Glasfläschchen* sehr oft gelesen, dass sich Leute darüber beschweren, dass die weißen Aufsätze, die die Sauger halten, durchdrehen, oder nicht dicht halten. Da dieser Punkt mich vor dem Kauf hat zögern lassen, möchte ich ihn hier noch einmal aufgreifen. Bei unseren fünf Flaschen ist dies bei keiner einzigen der Fall gewesen. Da wir die Flaschen über mehrere Monate verteilt gekauft haben, sollte dies auch nicht Chargenabhängig sein (auch wenn fünf Beispiele für eine statistische Aussage nicht ausreichen). Aber vielleicht hatte Avent mal diese Probleme und hat diese mittlerweile ausgemerzt?!

Update: Jetzt – nach 1,5 Jahren in Gebrauch – haben wir einen Deckel, der beim Zudrehen immer durchdreht. Dieser Deckel hält auch nicht mehr dicht und läuft beim Trinken aus, weshalb wir ihn entsorgt haben. Ich nehme an, dass sich die Gewindegänge des weißen Aufsatzes verformt haben. Alle anderen Deckel weisen dieses Verhalten (noch) nicht auf.

2.Update: Nach nun insgesamt etwa 2,5 Jahren funktionieren immer noch alle Deckel – also die weissen Drehverschlüsse – tadellos. Wir haben lediglich die Sauger ersetzt, was man ja eh regelmäßig machen sollte. Die Glasflaschen selbst sehen noch immer wie neu aus (wieso sollte es bei Glas auch anders sein?! 😉 )

Falls ihr verunsichert sein solltet, weil Glas leicht zerbricht, kann ich euch sagen, dass wir noch nicht einen Scherbenunfall hatten. Oder fragt euch selbst, wie oft ihr im Jahr ein Glas runterschmeißt. Äußerst selten, oder? Dem Edelstahlbecher macht es nichts, wenn er runterfällt (hat unsere Tochter mittlerweile mehrfach getestet), außer dass er vielleicht eine kleine Delle bekommt.

Das Gewicht eines Glasfläschchens ist im Vergleich zu einem Kunststofffläschchen natürlich größer, aber man muss kein Bodybuilder sein, um sie halten zu können. Also selbst zierliche Frauen kriegen dies über mehrere Minuten hin.

Zusammenfasssung

Zusammenfassend möchte ich euch Folgendes mit auf den Weg geben: macht nicht den Fehler den wir gemacht haben und tut eurem Kind direkt von Anfang an etwas Gutes und kauft nur Glasfläschchen (falls Du kein Avent-Fan sein solltest: NUK hat auch Glasfläschchen*) und Edelstahlflaschen*. Schließlich wollt ihr bestimmt selbst auch kein ekliges Wasser (oder Milch, etc.) trinken, welches nach einer Mischung der letzten zehn Getränke schmeckt, die in dem Gefäß waren.

Philips Avent Glasfläschen SCF67317 mit Deckel 01a - Glasflasche vs. Kunststoffflasche
NUK Active Cup Trinklernflasche Edelstahl - Glasflasche vs. Kunststoffflasche

Vor der Geburt

Hier erfährst Du, was wir vor der Geburt alles gekauft haben. Dadurch bekommst Du einen Eindruck, ob/wann Du die Dinge wirklich brauchst.

0 - 12 Monate

Dein Baby ist jetzt auf der Welt und Du fragst Dich, was man nun benötigt? Dann schau jetzt hier vorbei!

13 - 24 Monate

Dein Baby ist nun ein Kleinkind. Wenn Du wissen willst was nun für Käufe anstehen, dann klick jetzt hier!

2 Jahre

Mensch, wie die Zeit vergeht... Dein Kind ist jetzt zwei Jahre alt. Spätestens jetzt wird es Zeit alte Sachen auszusortieren. Anregungen für neue Sachen findest du hier.

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2 Kommentare zu „Glasflasche vs. Kunststoffflasche“

  1. Prinzipiell stimme ich dem Kauf von Glasflaschen zu und bin auch eher ein Fan von Glas als Plastik.
    ALLERDINGS: Man sollte Muttermilch aus der Plastikflasche geben, da sich die weißen Blutkörperchen, die in der MuMi sind und das Immunsystem des Babys stärken, haften sich an das Glas und werden so nicht mit an das Baby gefüttert!

    1. Hi Aleks,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Mir war das völlig neu mit der Muttermilch und dem Anhaften der weißen Blutkörperchen an Glas. Da du keine Quelle angegeben hast, habe ich mich selbst mal auf die Suche gemacht.

      Ich zitiere nachfolgend die Stillberaterin Biggi Welter aus dem „Rund ums Baby“-Forum, die selbst aus dem „Breastfeeding Answer Book“ (Mohrbacher, Stock, 1997) zitiert:

      „Die Untersuchungen über Behälter aus unterschiedlichen Materialien sind spärlich und die Schlussfolgerungen sind widersprüchlich, wobei die meisten Empfehlungen auf wenigen Informationen beruhen. Zum Beispiel wurde in einer Untersuchung (Paxton und Cress 1979) festgestellt, dass mehr Leukozyten aus der Muttermilch an Glas haften als an Plastik. Das führte zu der Empfehlung, dass frische Muttermilch besser in Plastikbehältern als in Glasbehältern aufbewahrt werden soll. (Glas wurde weiterhin zum Einfrieren empfohlen, da beim Einfrieren die Leukozyten abgetötet werden) Eine zweite Studie (Pittard und Bill 1981) komplizierte die Sache, weil herausgefunden wurde, dass unterschiedliche Leukzytentypen unterschiedlich auf Glas reagieren. Eine dritte Studie (Goldblum 1981) überzeugte viele davon, wieder Glas zu empfehlen, weil sich herausgestellt hatte, dass die Dauer der Aufbewahrung der Milch entscheidend ist. Viele der am Glas anhaftenden Leukozyten lösten sich im Laufe der Zeit wieder und nach 24 Stunden erhöhte sich der Leukozytengehalt der Milch, die in Glasbehältern aufbewahrt wurde, stärker als der derjenigen Milch, die in Plastikbehältern aufbewahrt wurde.“

      Ich muss zugeben, dass ich mir die Primärquellen (Paxton und Cress 1979, Pittard und Bill 1981 sowie Goldblum 1981) NICHT angeguckt habe. Aber wenn man der Stillberaterin Biggi Welter bzw. ihrem Zitat aus dem „Breastfeeding Answer Book“ Glauben schenken kann, dann sehe ich das mit der Muttermilch und den Glasflaschen eher unkritisch. Ich würde also auch weiterhin selbst bei Muttermilch eher zu Glasflaschen greifen.

      Ciao
      Paul

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